MiB 2022 - Der böse Weg

Der böse Weg. Die europäische Verkehrsader über den Reschen

Wanderausstellung im Museum im Ballhaus Imst vom 4. Februar bis 26. März 2022

4. Februar, 14 – 18 Uhr: „Soft Opening“ bei freiem Eintritt, Kuratorin Sylvia Mader ist anwesend


Nach Schloss Landeck und Altfinstermünz gastiert die Wanderausstellung „Der böse Weg“ im Februar und März 2022 im Museum im Ballhaus in Imst.

„Der böse Weg“, wie der landesfürstliche Hofbaumeister Jörg Kölderer anlässlich der Straßeninspektion am Reschenpass im Jahre 1524 vernichtend urteilte, hat an Bedeutung nichts eingebüßt. Gleichsam als Nachfolgerin der antiken Via Claudia Augusta besteht diese Straße mit einigen Abänderungen bis heute. Durchzugsstraßen waren für Tirol seit jeher von großer Bedeutung und trugen einen nicht unwesentlichen Teil zum Einkommen der Landesfürsten bei. Die Reschenroute verband als europäische Verkehrsader in ihrer Verlängerung die Nordsee mit dem Mittelmeer, wo über Venedigs Hafen exotische Waren aus dem Orient Richtung Norden verhandelt wurden, während Pelze und Wolle aus dem Norden Richtung Süden transportiert wurden. Straßen boten den Menschen Arbeit und schufen Wohlstand, sie ermöglichten als Tor zu einer fremden Welt Einblick in unbekannte Kulturen – und einen Austausch damit.


Ausstellungsansicht in Schloss Landeck 2021Ausstellungsansicht, Schloss Landeck 2021


Die Wanderausstellung mit ihren 15 Modulen „infiltriert“ das gesamte Museumsgebäude und zieht sich vom Untergeschoß bis ins Dachgeschoß. Thematisch passende Module werden in die Ballhaus-Dauerausstellung integriert, die ergänzende Informationen zu den jeweiligen Abschnitten bietet.In einzelnen Kapiteln erzählt die Ausstellung über „Eine 2000 Jahre alte Verbindung“ oder erklärt, „Warum einer eine Reise tut“ und dass der Alpenpass „Keine Barriere für die Kunst“ ist. Davon zeugen Kunstwerke wie die im Ballhaus befindliche „Anna Selbdritt“ von Jörg Lederer oder „Gottvater“ von Hans Patsch (Leihgabe Bezirksmusemsverein Landeck) sowie Werke zeitgenössischer Künstler (Erich Horvath, Christoph Mathoy, Peter Assmann, Direktor der Tiroler Landesmuseen).Doch auch negative Aspekte der Alpentransversale werden thematisiert, denn die „Die Pest kommt mit den Reisenden“: „Als sich 1348 der „Schwarze Tod“ entlang der Transitroute ausbreitete, kam die Wirtschaft zum Erliegen. Die Straßen waren nur noch von Wallfahrern und Flagellanten bevölkert, die mit ihren Bußprozessionen die Seuche abwenden wollten“, sieht Kuratorin Sylvia Mader durchaus Analogien zur heutigen Zeit.

Ausstellungsansicht in Schloss Landeck 2021Ausstellungsansicht in Schloss Landeck 2021, Foto Wolfgang Mader

Die Errichtung der Straße war technisch höchst anspruchsvoll, der Abschnitt zwischen Kajetansbrücke und Nauders galt zur Zeit seiner Erbauung als Meisterleistung. Das Fertigstellungsdatum 1854 findet man noch auf einem alten Tunnel und einer Brücke. Die Straße könnte mit den bedeutenden technischen Denkmalen der österreichischen Monarchie (wie UNESCO-Weltkulturerbe Semmeringbahn) mithalten, wäre sie nicht in so vielen Abschnitten umgebaut worden. 

Eine ebenso große Herausforderung ist seit jeher die Bahntrasse. Welche Lösungen die Ingenieure um die 1900-Wende fanden, wird ebenso gezeigt: Ein erweiterter Ausstellungsteil widmet sich den Bahnprojekten in der Terra Raetica. Die ältesten Exponate stammen aus dem Jahr 1891. Finstermünzbahn, Vinschgaubahn, Reschenscheideckbahn und andere Projekte wurden nie oder nur teilweise realisiert. Der hohe ästhetische Reiz der alten Pläne ist es wert, sie im Original der Öffentlichkeit zu präsentieren. 

Das Ausstellungsprojekt erfolgte mit Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union (Interreg), in Kooperation mit ARGE ALP und Land Tirol/ Abteilung Mobilitätsplanung.

Weitere Stationen der Schau zum Euregio-Museumsjahr 2021 sind das Vinschger Museum in Graun (Südtirol) sowie Schloss Sigmundsried.  


Sylvia Mader vor den Bahn-Plänen

Sylvia Mader vor den Bahn-Plänen in Altfinstermünz, Foto Olaf Sailer


Daten zur Ausstellung:

Kuratorin: Sylvia Mader
Gestaltung: Wolfgang Mader
Graphisches Design: WEST Werbeagentur

REGIO_L_-_Der_bo_se_Weg_Einladung_Ballhaus_Imst.pdf herunterladen (0.87 MB)

Museum im Ballhaus, Ballgasse 1, 6460 Imst
+43 5412 64927; +43 664 606982+43 664 60698215
museum@imst.gv.at  
www.kultur-imst.at


Ab. 4. Februar 2022, 14 – 18.00 Uhr „Soft Opening“ bei freiem Eintritt, Kuratorin Sylvia Mader ist anwesend.
Ausstellung bis 26. März 2022
Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag, Freitag 14 – 18 Uhr, Samstag 9 – 12 Uhr sowie n.V.
Kontakt: museum@imst.gv.at; 0664 606 98 215
Sylvia Mader: s.mader@inode.at; 0676 8465909110